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In der Nacht von Samstag zu Sonntag sind die letzten Klänge des größten Heavy Metal Festivals der Welt abgeklungen. Metaler verlassen nach und nach das Gelände, bis Sonntagnachmittag soll das Festivalgelände geräumt sein. Stau, Schlamm, brummende Motoren, Berge Müll, allgemeine Müdigkeit. Wacken Open Air schließt nun für ein Jahr die Tore.

Beitragsbild zur Wackenumfrage 2016

„Wie war es eigentlich auf Wacken?“

Diese Frage werden nun die rund 80.000 Besucher bei der Rückkehr beantworten müssen. Doch vorher bekomme ich die Antwort.

„Sagenhaft laut, sagenhaft teuer und total müde.“ berichtet der 25jährige Jan, der mit seinen 4 Freunden in insgesamt drei Fahrzeugen angereist ist. „Ich fand es dieses Jahr wieder mal super.“

Der Marc ist da einer anderen Meinung. Der Kölner fand das Festival eher misslungen.

„Ich verstehe nicht, warum nichts getan wurde, nach dem wir im letzten Jahr fast im Schlamm ertrunken wären. Das Festivalgelände wurde nicht gefestigt, Rindenmulch wurde nur spärlich an wenigen Ecken verteilt, es hätte mehr passieren müssen.“ Auch die Bandauswahl fand der junge Mann nicht besonders gut. „Außer Iron Maiden und Blind Guardian war kaum eine Größe dabei. Und bei Iron Maiden war der Sound total zerschossen.“

„Ich fand es total Klasse! Der heilige Acker ist mein zweites Zuhause!“ berichtet Mona. Sie ist mit ihrem Vater da, bereits zum 6. Mal. „Das LineUp ist sicherlich Geschmackssache, ich hätte mir vielleicht auch noch Sabaton oder Powerwolf gewünscht, aber man kann sie ja nicht jedes Jahr haben. Blind Guardian waren total klasse, genau wie Torfrock, Knasterbard, Tarja, Dritte Wahl und noch einige andere Bands. Der Bard Song von Blind Guardian ist einfach jedes Mal Gänsehaut.“

Mona zeigt ihr Fanshirt mit einem großen Bandlogo. „Ich werde auf jeden Fall 2017 dabei sein, Rain or Shine!“

 

„Viele Menschen behaupten, Wacken Open Air wäre kein richtiges Metalfestival, sondern eine Touristenattraktion. Was sagst Du dazu?“

„Totaler Quatsch. Nicht jeder von uns ist ein richtiger Metalhead, aber vorrangig sind doch Metaler da. Und gespielt wird auch so gut wie nur Metal. Total viele Menschen, die es behaupten, ziehen sich an Heino hoch, der 2013 bei Rammstein dabei war. Aber für die Jungs von Rammstein war er nur ein Gag, den die Besucher auch belustigt aufgenommen haben. Wacken ist und bleibt ein Metalfestival!“

„Menschen, die es behaupten, haben keine Ahnung. Was genau soll hier kein Metalfestival sein? Es ist nit nur Musik hier, klar, aber ich finde beim größten Heavy Metal Festival der Welt darf auch mal die eine oder andere Fressbude mehr da sein. Es sind acht Bühnen auf 80.000 Menschen, und wenn diese 80.000 Menschen eben auch gerne Mittelaltersachen kaufen, Bogenschießen oder Feuershow sehen möchten, dann ist es doch voll okay. Man kann es nicht allen 80.000 Besuchern recht machen, und mit acht Bühnen ist es wirklich genug Metal da.“

„Ja, und? Und wenn schon? Es ist das größte Event der Welt, Metal-Mekka, dann sollen halt Touristen kommen! Solange die sich benehmen und nicht den ganzen Tag Hiphop spielen, sind sie willkommen. Sie müssen auch nicht aussehen wie wir, Hauptsache sie lernen unsere Kultur und Musik kennen, benehmen sich und haben Spaß mit uns zusammen.“

 

„Was sagst du zu dem Wetter? Rain or Shine?“

„Naja. Rain or Rain eher“ muss Johannes schmunzeln. „Von Shine ist hier nicht die Rede. Ist mir aber egal, Gummistiefel an und los geht es.“

„Der Wacken-Schlamm ist legendär! Und stört mich nicht. Letztes Jahr war es übel, da sind alle Zelte bei uns abgesoffen, Autos mussten einzeln auf den Campground gezogen werden. Hier ist alles super, wir kommen problemlos raus.“

„Wer 2015 dabei war, beklagt sich nicht! Mehr muss man nicht sagen.“

„Als ich 2013 hier war, war relativ gutes Wetter.“ berichtet André. „Dann hat Sonata Arctica gespielt, und beim epischen Lied hat es angefangen zu schütten, es war krasse Stimmung! Auch 2012 war sehr matschig, aber trotzdem haben wir weiter gemacht. Und 2015 war ja sowieso ein einzelner See aus Schlamm. So what, ich hatte Spaß und dieses Jahr war es gar nicht so schlimm.“

 

„Was ist dein Wacken – Geheimtipp?“

„Auf jeden Fall die Wasteland Stage“ schwärmt die 18jährige Lilly aus Hannover. „Sie war mal richtig Underground, und mittlerweile einfach Bombe. Die Feuershows sind der absolute Kracher.“

„Wer schneller trinkt ist eher voll!“ Ein Mann, der nicht genannt werden darf, prostet mir zu. Und bittet mich, unbedingt seinen Geheimtipp abzutippen.

„Geht nachmittags duschen, als Frau muss man nicht mal anstehen.“ verrät Lisa. „Ist jetzt nicht soo ein Geheimtipp, aber vielleicht verteilt sich die Schlange etwas. Im Dorf duschen lohnt sich übrigens nicht. Wir haben nur einen Anbieter gefunden, und da hat es 5,-€ gekostet, mit 2-3 Stunden Wartezeit. Einfach dreist.“

Die Autorin

Name: Anastasiya „Anny“ Skuratovska

Homepage: texterin.net

Moin Moin aus dem Norden! Mein Name ist Mathes. Freunde nennen mich häufig Skatze (stammt aus der Jugend). Festival-Gadget.de ist für mich ein Hobby. Ich selbst liebe Festivals, insbesondere die ganz Großen der elektronischen Musikrichtung. Und euch möchte ich daran teilhaben lassen, an der verrückten Festivalwelt. :)