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Wir sind im Grunde nicht anders. Wir haben lange Haare und schwarze Kleidung, trinken Bier wie die Weltmeister, mit unserem Talent zum Headbangen stecken wir locker jeden so harten Metaler in die Tasche. Wir essen Grillfleisch und spielen Gitarre, sind gar nicht so schlecht im Flunkyball und machen eigentlich genau so herzlich viel Blödsinn, wie der Rest der Wacken – Bevölkerung. Und dennoch sind wir prozentual unterlegen: denn auf über 50.000 Männer kommen rund 20.000 Frauen. Und wenn man es nicht miterlebt hat, hat man auch herzlich wenig Ahnung welch eine große Aufgabe auf unseren zarten Metalmädchen – Schultern liegt.

W:O:A ist kein gewöhnliches Festival für uns Frauen. Es ist ein Kampf um pures Überleben. Es gibt fünf große Hürden des heiligen Wackenlandes, welche wir bewältigen müssen.

Metaler beim Wacken

1. Dixi – Klo

Die Mutter Natur ist grausam zu uns gewesen. Während unsere männlichen Metaler Kollegen sich entspannt mit einer Flasche Bier in der Hand an den nächsten Baum stellen, stehen wir in der Schlange. In der Schlange zu einer stinkenden Hölle. Und dann beginnt die Challenge: wer überleben will muss folgende Dinge beherrschen: Nichts berühren, nicht atmen und verdammt schnell sein.

 

2. Schlammbäder

Wir Mädels haben einen legendär unsinnigen Anspruch an unser Aussehen. Von Schuh bis Frisur muss alles sitzen – selbst, wenn man gerade in der Schlammpfütze Schlitten gefahren ist. Freiwillig? Lässt sich drüber streiten.

 

3. Betrunkene Wölfe

Hier wird es knifflig. Bei 50.000 Männern, die absolut überzeugt sind, dass sie die größten, heldenhaften, tapferen Ritter sind – mit drei Liter Bier intus und ohne jeglichen Wasserkontakt über 3 Tage gibt es 20.000 Frauen, die potentielle Beute darstellen. Nun, wir wissen, wie sensibel unsere Metaler Wölfe sind, so haben wir die nächste Challenge: einem Kerl einen Korb geben, ohne, dass er es merkt. Und am besten hinterher noch glaubt, ein Held gewesen zu sein. Denn wir mögen ja unsere Jungs, und wir wollen keine schlechte Stimmung verbreiten.

 

4. Biertrunk – Stationen

Wer schon mal vom Infield bis zu seinem Zelt auf „U“ marschiert ist, weiß, dass man nüchtern nicht ankommt. Auch wenn man es vorher war. Denn unsere Röcke sind Segen und Fluch zugleich: wenn man nicht schnell genug hinter dem nächsten Pavillon verschwindet, hat man im Handumdrehen ein Bier. Und dann muss man es trinken, bevor man weiter darf. Wenn man Pech hat, wird man zum Essen da behalten. Und schafft man es doch zu entkommen, so warten drei Zelte weiter die nächsten Gruppen, die Biere nach einem werfen, die getrunken werden müssen.

 

5. Kontakt zu der Außenwelt

Auf Wacken gibt es kaum empfang – das möchten aber die Hinterbliebenen außerhalb des heiligen Wackenlandes einfach nicht akzeptieren. Daher gilt die letzte Challenge dem Anruf bei der Mutti. Also geht es auf die Suche nach einem Fleck Erde, wo man Empfang hat. Man muss nüchtern klingen, jenseits der grölenden „Saufen – Wakööööön – HELGA“ Mengen sein, es schaffen „Hallo Mami*, deiner kleinen Prinzessin geht es gut, ja, ich habe einen warmen Pullover, meine Freunde sind hier alle sehr nett, nein, natürlich trinken wir nicht zu viel, gute Nacht“ glaubwürdig runterrattern und idealerweise ein Foto versenden. Erfahrungsgemäß sollte dieses Foto bereits am Montag aufgenommen werden.

*Kann durch Papi, Liebling oder Oma ersetzt werden

 

Die Autorin

Name: Anastasiya „Anny“ Skuratovska

Homepage: texterin.net